Suchtprävention ist die wirksamste Möglichkeit, einer Suchtentwicklung frühzeitig und wirksam vorzubeugen. Dabei gehen Fachleute heute längst von einem weitgefassten Suchtbegriff aus, der nicht nur illegale Drogen einbezieht, sondern auch legale (Alkohol, Nikotin, Medikamente ...) und ebenso stoffungebundene Suchtformen (Spielsucht, Ess-Störungen, Kaufsucht, ...) berücksichtigt. Suchtentwicklung und Substanzmissbrauch haben immer eine individuelle Geschichte und sind deshalb auch immer durch mehrere verschiedene Faktoren bedingt: so spielen zum Beispiel das Umfeld, die Familie, der Freundeskreis eine wichtige Rolle, ebenso wie Faktoren, die in der Person selbst liegen und natürlich auch die Verfügbarkeit von Suchtmitteln. Ging es in den 80er Jahren vor allem darum, die Risikofaktoren zu minimieren, ist heute das Hauptaugenmerk der Prävention darauf gerichtet, die Schutzfaktoren, die gleichsam als Puffer ein Kind oder einen Jugendlichen schützen können, zu stärken.
Die hessischen Fachstellen für Suchtprävention in den Landkreisen und kreisfreien Städten haben den Auftrag, weit im Vorfeld eines möglichen Substanzkonsums anzusetzen. Dabei steht die Förderung zur Entwicklung einer starken, selbstbewussten Persönlichkeit im Mittelpunkt aller Maßnahmen und Strategien, die bereits im Kindergarten beginnen.
Neuere wissenschaftliche Studien gehen davon aus, dass Jugendliche dann ein geringeres Risiko zur Entwicklung von süchtigem Verhalten haben, wenn sie Selbstvertrauen haben, das Gefühl, selbst etwas bewirken und verändern zu können(Selbstwirksamkeitsüberzeugung) und wenn sie über Lebenskompetenzen verfügen. Deshalb ist es unter präventiven Gesichtspunkten so wichtig, in erster Linie die Lebenskompetenzen bei Kindern und Jugendlichen zu fördern und sie dabei zu unterstützen, Lebenskrisen und Konflikte ohne Suchtmittel zu bewältigen.
Lebenskompetent ist laut WHO-Definition die Person, die sich selbst kennt und mag, die empathisch ist, kritisch und kreativ denkt, kommunizieren und Beziehungen knüpfen und aufrecht erhalten kann, durchdachte Entscheidungen trifft, erfolgreich Probleme löst und Gefühle und Stress bewältigen kann (WHO 1994).
Jugendliche haben eine Fülle von Entwicklungsaufgaben zu bewältigen: Ablösen vom Elternhaus, Aufbauen einer Geschlechtsidentität, erste sexuelle Beziehungen, Berufsfindung, Sinngebung …. In dieser anstrengenden Lebensphase ist es wichtig, auf Lebenskompetenzen zurückgreifen zu können, die stabilisierend wirken.
Suchtvorbeugung ist eine zutiefst pädagogische Aufgabe und kann nicht die Aufgabe weniger Fachleute in Fachstellen für Suchtprävention, Jugend-und Gesundheitsämtern sein. Sie erfordert ein langfristiges Engagement von allen Personen, die Kinder und Jugendlichen in ihrer Entwicklung unterstützen, sei es kontinuierlich, wie im Falle von Eltern, ErzieherInnen und LehrerInnen, sei es in temporären Schlüsselfunktionen wie in der offener Jugendarbeit, in Vereinen, Kirchen und sonstigen Jugendorganisationen.
Suchtprävention ist wirksam, wenn sie...
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langfristig und als Gemeinschaftsaufgabe aller verantwortlichen
Erziehungspersonen angelegt ist. |
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sich als pädagogische Aufgabe versteht. |
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bereits im Kindesalter, in der Familie und beim
Erziehungsstil der Eltern ansetzt. |
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schon frühzeitig in Kindergarten und Schule
durchgeführt wird. |
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die Persönlichkeitsentwicklung fördert
und stärkt. |
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das Wissen über die Entstehung von Sucht weitergibt. |
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alle Erscheinungsformen von Sucht beachtet: den
Konsum von legalen und illegalen Suchtmitteln als auch andere Suchtformen
wie etwa Fernsehsucht, Magersucht oder Spielsucht. |
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Sucht als ein gesamtgesellschaftliches Phänomen
erkennt, das sich nicht nur auf Randgruppen oder Einzelpersonen
beschränken lässt. |
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sich an den Ursachen orientiert, die sowohl in der
Persönlichkeit des Einzelnen als auch in seinem Umfeld liegen
können. |
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Sucht auch unter dem Aspekt der geschlechtsspezifischen
Erziehung und Sozialisation sieht. |
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Sucht als ein Phänomen definiert,
an dessen Entstehung viele verschiedene Faktoren beteiligt sind. |
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auf die Stärkung der schützenden Faktoren
abzielt statt auf die Vermeidung von Risikofaktoren. |
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Allgemeine Lebenskompetenzen fördert. |
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strukturelle Veränderungen bewirkt. |
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strukturelle Veränderungen bewirkt. |
Die hessischen Fachstellen für Suchtprävention geben Ihnen gerne weitere Auskünfte. Unter dem Menüpunkt "Projekte"
finden Sie verschiedene Praxisbeispiele. |
Suchtprävention ist wirksam, wenn sie schon frühzeitig in Kindergarten und Schule durchgeführt wird.
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