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Meist recht früh in der Pubertät gibt es oftmals die ersten
Kontakte mit Alkohol und Nikotin. Dahinter verbirgt sich weniger Genussdenken
als vielmehr die Symbolik, schaut her, ich traue mich auch, ich bin schon
lange kein Kind mehr. In der Clique gilt das dann als Mutprobe. Wenn daraus
eine Gewohnheit wird, haben diese Kinder ein deutlich erhöhtes Risiko,
später auch illegale Drogen auszuprobieren. Das haben verschiedene
Forschungsprojekte gezeigt. Die Hemmschwelle ist deutlich geringer. Wenn
Sie merken, dass Ihr Kind etwa seine ersten Zigaretten raucht, sollten
Sie das frühzeitig ansprechen. Schauen Sie zu diesem Thema bei unseren
Elternbriefen nach.
Als Eltern haben Sie ein besonderes Gespür für das Verhalten,
für die Stimmungen und Probleme Ihres Kindes. Wenn Sie den Verdacht
haben, dass ihr Kind Drogen zu sich nimmt, sollten Sie folgende Strategien
verfolgen.
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Verfallen Sie nicht in Panik. |
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Versuchen Sie, ins Gespräch zu kommen und
machen Sie diese Frage zum Gesprächsthema. |
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Schildern Sie nicht gleich die Gefahren, sondern
versuchen Sie herauszufinden, welche Motive dahinterstecken. |
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Versuchen Sie herauszubekommen, welche Substanzen
Ihr Kind nimmt, wie oft und seit wann. |
Oftmals handelt es sich um bloße Neugier, auch mal was Verbotenes
auszuprobieren. Diese Drogenerfahrungen werden von Jugendlichen auch in
den meisten Fällen wieder spontan beendet.
Aber es gibt auch andere Motive. Fragen Sie, welche positiven Empfindungen
Ihr Kind mit Drogenkonsum und Rausch verbindet. Erst, wenn Sie dies wissen,
können Sie erahnen, was Ihr Kind vermisst und anders nicht bekommen
kann. Oder was es eben glaubt, nicht bekommen zu können. Wenn Sie
Defizite, Wünsche, Bedürfnisse Ihres Kindes erkannt haben, können
Sie nach Alternativen zum Drogenkonsum suchen. Sie werden stärker
auf die Persönlichkeit Ihres Kindes eingehen müssen. Mit Sicherheit
bedeutet das, dass Sie auch an Ihrem Familienleben etwas ändern werden.
Mehr Miteinander, mehr gemeinsame Aktivitäten spielen dabei eine
wichtige Rolle. Oft geht es auch darum, die Grenzen abzustecken bzw. neu
auszuverhandeln. Eine kompetente Beratung
sollten Sie in jedem Fall als Hilfestellung in Anspruch nehmen.
Wenn Sie sich sicher sind, dass das Drogenverhalten Ihres Kindes in eine
Sucht abzugleiten droht oder im schlimmeren Fall schon abgeglitten ist,
brauchen Sie unbedingt professionelle Hilfe. Je eher etwas passiert desto
besser. Haben Sie keine Hemmungen. Drogenkonsum ist ein gesellschaftliches
Problem, dass in allen Schichten vertreten ist. Nehmen Sie Kontakt auf mit
der Beratungsstelle
in Ihrer Nähe.
In dieser Situation stehen Eltern vor der Frage: „Was habe ich
falsch gemacht? Ich habe doch immer alles getan, was ich konnte!“
Zermürben Sie sich nicht, in dem Sie nach Fehlern in der Erziehung
und Ihrem Verhalten suchen. Alle Eltern und Angehörige machen sich
Vorwürfe und haben Schuldgefühle, wenn Sie mit einem Suchtproblem
bei ihrem Kind konfrontiert sind. Das Entstehen von Sucht basiert immer
auf einer Bündelung von unterschiedlichsten Ursachen, so dass die
Frage nach den „wahren“ Ursachen immer nur schwer beantwortet
werden kann. Die Frage von Schuld und Sühne nützt in dieser
Situation wenig, auch wenn sie verständlich ist. Suchtmitel sind
ein schwieriges Problem, aber kein Grund, sich zu verstecken. Ganz im
Gegenteil: Gehen Sie raus, reden Sie mit Ihren Freunden, schließen
Sie sich einer Selbsthilfegruppe an. Es gibt Elternkreise betroffener
Eltern als Selbsthilfegruppen. Bei der Beratungsstelle vor Ort erfahren
Sie Näheres. |
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